Archiv für Mai 2016

Die Antifa-Debatte geht weiter….

Nachdem sich 2014 nicht wenige der für die antifaschistische Bewegung bundesweit wahrnehmbaren Gruppen aufgelöst oder umbenannt hatten, begann eine rege Debatte über die Neuausrichtung antifaschistischer Politik auch angesichts einer sich abzeichnenden europaweiten Rechtsentwicklung. Wir hatten bereits im Jahr 2015 mit dem Debattenbeitrag ,,Antifa bleibt notwendig!'‘ unsere Vorstellungen einer möglichen Weiterentwicklung des Autonomen Antifaschismus dargelegt und in einem weiteren Beitrag die Aufgabenstellungen antifaschistischer Arbeit skizziert.

Weitere Beiträge zur Antifa-Debatte:
- ,,Falsche Alternativen'‘ (Sebastian Friedrich/2016)
-„Aufgaben der antifaschistischen Bewegung heute“ (Siempre*Antifa/2016)
- ,,Wie treten wir dem Rechtsruck entgegen?'‘ (LCM/2016)
- ,,Nicht jammern, Antifa aufbauen!'‘ (NEA/2015)
- ,,Welchen Antifaschismus brauchen wir?'‘ (LCM/2015)
- ,,Back to the roots, forward to victory!'‘ (RLB/2015)
- ,,Antifa heisst: Weitermachen!'‘ (ALI/2015)
- ,,Antifa bleibt notwendig!'‘ (Siempre*Antifa/2015)

Für einen neuen Antiimperialismus!

Zur Zeit läuft – angestoßen durch die bewegungslinke Monatszeitung ,,Analyse und Kritik'‘ – die Debatte zu einem Antiimperialismus, der sich der aktuellen Fragen antikapitalistischer Politik im Weltmaßstab annimmt. In der vergangenen Ausgabe, in der verschiedene linke Zeitungen Beiträge brachten, erschien dann auch der Artikel ,,Gut und Böse statt Analyse und Kritik'‘ des dem antideutschen Spektrum zugehörigen redaktion des Blatts ,,Phase2′‘, der sich gewohnt polemisch und unsachlich mit dem Thema befasst. Der ,,modernisierte Antiimperialismus'‘ wurde dort als Feind bestimmt. Unsere Antwort ,,Ein Plädoyer für die Realität'‘ wurde im Lower Class Magazine veröffentlicht, da sich Analyse und Kritik weigerte, sie abzudrucken:

Die kürzlich in „Analyse und Kritik“ erschienene Replik der Phase2-Redaktion auf die in der Januarausgabe enthaltenen Texte, die sich mit dem Thema Imperialismus beschäftigten, schließt mit dem Satz: „Denn der modernisierte Antiimperialismus kann kein Debattenpartner, sondern lediglich politischer Gegner sein.“ Bereits die bloße Erwähnung von Anti-Imperialismus scheint zu stören und soll in Misskredit gebracht werden.Eine Kritik an den angebotenen Thesen setzt aber voraus, dass man sich mit ihnen auch inhaltlich auseinandersetzt hat. (weiter…)

Unser Artikel als PDF

Weitere Artikel in der Debatte:
- ,,Die Krise des Antiimperialismus'‘ (Nadija Samour)
- ,,Geteilte Welt, geteilte Klasse'‘ (Torkil Lauesen)

Zum 40. Todestag von Ulrike Meinhof: Vom Protest zum Widerstand

Am 9.5.1976 wurde Ulrike Meinhof in ihrer Zelle in der JVA Stammheim tot aufgefunden. Die Justiz sprach sofort von Selbstmord durch Erhängen. Eine internationale Untersuchungskommission kam jedoch zu dem Schluss: „Die Behauptung der staatlichen Behörden, Ulrike Meinhof habe sich durch Erhängen selbst getötet, ist nicht bewiesen, und die Ergebnisse der Untersuchungen der Kommission legen den Schluss nahe, dass sich Ulrike nicht selber erhängen konnte.“ Menschen, die an der staatlichen Selbtmordthese zweifeln, werden bis heute kriminalisiert.

Ulrike engagierte sich seit 1957 politisch, war Mitlied der illegalisierten KPD und wurde durch ihre Artikel und Kolumnen vor allem in der Zeitschrift „Konkret“ eine bedeutende linke Persönlichkeit in der BRD. 1970 gründete sie mit anderen die bewaffnet im Untergrund kämpfende Gruppe Rote Armee Fraktion (RAF). Die Entscheidung für den bewaffneten Kampf in der imperialistischen Metrople Bundesrepublik fiel durch die postfaschistische Kontinuität der BRD, dem US-Völkermord in Vietnam und war getragen vom Willen, die Revolte der APO von 1968 weiterzuentwicklen.

40 Jahre nach ihrem Tod wird es in Frankfurt eine Veranstaltung geben. Es soll diskutiert werden, welche Bedeutung Ideen und Handeln von Ulrike und ihren Genossinnen heute noch haben. Es soll um den zeitgeschichtlichen Kontext, Theorie und Praxis des Widerstands gehen und um Verbindungslinien zu heutigen Analysen und Kämpfen.

Dazu sind eingeladen
GenossInnen, Weggefährtinnen und ZeitzeugInnen sowie ein Referent
des Netzwerks „Freiheit fuer alle politischen Gefangenen“

14.05.2016 | 19 Uhr | Internationales Zentrum | Frankfurt