Selber machen! – Kongress zu Basisorganisierung, Gegenmacht und Autonomie

Wir versuchen seit längerem, eine strategische Neuausrichtung, weg von der Kampagnen-, Event- und Szenepolitik, hin zur Basisarbeit und -organisierung, in Frankfurt/Main zu etablieren. In etlichen unserer Texte haben wir versucht, die Isolation von Teilbereichskämpfen aufzubrechen, den Bezug verschiedener Themen wie Antira, Antimilitarismus, Antirepression, Feminismus, Antifaschismus, Stadtpolitik usw. zur gesellschaftlichen Totalität herzustellen, sie untereinender und mit der sozialen Frage zu verbinden und eine klassenkämpferische und internationalistische Perpektive vorzustellen und neu zu entwickeln.

Auch andere Zusammenhänge diskutieren zur Zeit ähnliche diesen Strategiewechsel. Diese Debatten wollen wir auf einem Kongress zusammenbringen. Mit ihm wollen wir einen Rahmen schaffen, in dem Aktivist*innen ihre Erfahrungen austauschen können. Gemeinsam wollen wir uns Fragen stellen, auf die die außerparlamentarische Linke Antworten finden muss, will sie ein wirklicher gesellschaftlicher Faktor werden. Auf dem Kongress werden Initiativen und Aktivist*innenaus unter schiedlichen Bereichen sowohl aus dem deutschsprachigen Raum als auch international zusammenkommen, aus ihrer Praxis berichten, ihre Erfahrungen austauschen und sich über die Perspektiven und Aktionsformen der jeweils anderen informieren können. Dafür wird es Veranstaltungen unter anderem zu Stadtteilarbeit, Geflüchtetenselbstorganisierung, Frauenselbstorganisierung, Kollektivbetrieben und Arbeitskämpfen geben. Internationale Gäste werden über die solidarischen Gesellschaften in Kurdistan und Mexiko berichten. Gerahmt wird der Kongress von Strategiediskussionen zu Rätestrukturen und zu praktischen Organisierungsansätzen in der Gegenwart. Mit Open Space wird es parallel zu den Programmpunkten Raum für Projekte zur eigenen Gestaltung und Verwendung geben.

Wir sehen, wie wiederholt in unseren Beiträgen dargelegt, die bisherige Kampagnen- und Szenepolitik der radikalen Linken als unzureichend an. Stattdessen ist eine Verbreiterung und Selbstorganisierung der Basis nötig. Der Kongress soll einen Ort erschaffen, an dem Impulse für die langwierigen Aufbauprozesse zustande kommen, denen wir alle uns in den kommenden Jahren widmen werden müssen – wenn wir wirkliche Alternativen zur Debatte stellen wollen. Diese sollen möglichst viele gesellschaftliche Bereiche umfassen und so einen Ausweg aus Krise, Kapitalismus und Rechtsruck eröffnen. Allerdings wirft diese strategische Perspektive eine ganze Reihe schwieriger Fragen auf, die Analyse, Taktik und Umsetzung betreffen. Insbesondere auch was die Dialektik zwischen kleinteiliger und dezentraler Arbeit im Alltag und gesellschaftlicher Wirksamkeit, Gegenmacht und Gegenöffentlichkeit angeht.

,,Selber machen – Kongress zu Gegenmacht, Basisorganisierung und Autonomie'‘
28. – 30.04.2017 | Im Bethanien, Berlin-Kreuzberg

Infos und Programm unter https://www.selbermachen2017.org/