Archiv der Kategorie 'Demonstration'

Frauenkampf ist international!

Am 8.3. findet seit über 100 Jahren der internationale Frauenkampftag statt. An diesem Tag wird es in Frankfurt eine Kundgebung geben. Am 11.3. organisieren Genossinnen aus Gießen eine Demonstration unter dem Motto: „Frauenbefreiung ist international“. In ihrem Aufruf thematisieren sie das Verhältnis zwischen Lohnarbeit und unbezahlter häuslicher und reproduktiver Arbeit, den meist Frauen noch zusätzlich zu Ihrer Erwerbsarbeit verrichten.

Das hängt mit der allgemeinem ökonomischen Entwicklung im Kapitalismus zusammen, u.a. der Senkung der Reproduktionskosten (ein Lohn ist nicht existenzsichernd), und erzeugt die historisch-spezifische Ausprägung des Patriarchats. Ihr Aufruf behandelt weiterhin die Themen Arbeitsmigration, Sexismus als Teil der herrschenden Verhältnisse sowie imperialistische Kriege und Machtpolitik, die vorgeblich auch im Namen der Frauenbefreiung geführt werden, aber zum Gegenteil führen.

So richtet sich ihr Aufruf auch von feministischer Seite gegen das in diesem Sommer stattfindende G-20.Treffen. Einen besonderen Gruß schicken sie unseren gemeinsamen Freundinnen in der kurdischen Bewegung: „In Frauenverteidigungseinheiten und im zivilen Leben in Rojava und im türkisch besetzten Teil Kurdistans kämpfen sie für ihre Befreiung und stehen damit auch für eine Hoffnung, dass ein freies und gerechtes Leben möglich ist. Sie verteidigen eine Gesellschaftsform, die es zum Ziel hat Menschen ein gleichberechtigtes Miteinander, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder Klasse zu ermöglichen. Die Freiheit der Frau bestimmt die Freiheit der Gesellschaft. “ Der gesamte Aufruf findet sich hier.

Frauenbefreiung ist international – Heraus zum internationalen Frauenkampftag! Geht am 8.3. / 11.3. auf die Strasse!

11.03.2017 | Gießen, Berliner Platz | Gegen Kapital und Patriarchat – Demo zum internationalen Frauentag | 14:00 Uhr | organisiert von der Antifaschistisch Revolutionären Aktion Gießen (ARAG)

Mit den angesprochenen Themen haben wir uns im letzten Jahr ausführlich auseinandergesetzt. Dabei ist unser Text „Reclaim Feminism – für eine revolutionären Feminismus“ entstanden. Dieser enthält auch eine Kritik an der Vereinnahmung des Feminismus und kann hier gelesen werden.

Demobericht: Wohnraum/Shelter Demo

Am 04.02.2017 demonstrierten laut VeranstalterInnen mehr als 1.000 Menschen in Frankfurt gegen soziale Ausgrenzung und für einen grundlegenden Wandel der städtischen Wohnraumpolitik sowie für Solidarität mit Geflüchteten. Besondere Solidaität wurde Project Shelter zuteil, deren Bistro zuvor von Neofaschisten attackiert worden war. Das Motto der Demo war „Wohn_Raum für Alle. Solidarisches Miteinander statt Ausgrenzung und Verdrängung“.

Wir hatten den Aufruf von Flüchtlings-, Stadtteil-, Mieter- und Nachbarschaftsinitiativen mit unterstützt uns besonders auf den radikaleren Teil der Forderungen verwiesen. Der Demonstrationszug zog mit mehreren Zwischenkundgebungen vom Frankfurter Hauptbahnhof über die Hauptwache zur Bockenheimer Warte. Die DemonstrationsteilnehmerInnen forderten gleiche soziale und materielle Rechte unabhängig von Einkommen, Herkunft und Aufenthaltstitel. Denn die derzeit vorherrschende Stadtpolitik und -entwicklung entzieht immer mehr Menschen ihr Recht auf städtischen Wohnraum: Menschen mit geringerem Einkommen, mit Flucht- und Migrationshintergrund finden keine Wohnungen oder müssen ihre bisherigen Unterkünfte aufgrund von gestiegenen Mieten und Luxussanierungen verlassen. Die Folgen sind Obdachlosigkeit, Armut und Verdrängung. Die wachsende Unsicherheit und Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt tragen so einen Teil zu einem von Konkurrenz geprägten gesellschaftlichen Klima aus Rassismus und Angst bei.

Die möglichst profitablen Verwertung sämtlicher städtischen Räume wie die Verwertungslogik im Allgemein sind Teil der Profitmaximierung und damit einer verschärften Klassenauseinandersetzung im kapitalistischen System und innerhalb desselben nicht umkehrbar. Besonders gefallen hat uns daher der ausdrucksstarke und kämpferische Redebeitrag der Initiative „Mieten runter im Gallus“ – hier dokumentiert – und dessen abschließende Forderung:

Beginnen wir den Klassenkampf von unten!

Demobericht: Antifa-Demo FFM

Am 25.02.2017 fand in Frankfurt eine Antifa-Demo gegen faschistische Strukturen statt. Zu dieser hatte es im Vorfeld mehrere Aufrufe gegeben, darunter einen von uns unter dem Titel „Antifa heisst Klassenkampf“.

Mit nach verschiedenen Angaben zwischen 1000 und 2000 Demonstratinnen war die Demo gut besucht. Die Teilnehmerzahl kann als sehr zufriedenstellend und als Erfolg bewertet werden. Es dürfte die größte autonome Demo in Frankfurt seit Jahren gewesen sein. Gut organisiert, politisch ein starker antifaschistischer Ausdruck und gutes und richtiges Signal zur jetzigen Zeit. Die unerwartet vollständige Deeskalation seitens der Bullen ist in Frankfurt/Main eine Seltenheit. Es gab keine Vorkontrollen und keine Bullenpräsenz an der Demo. Auch während des verlaufs hielten sie sich im Hintergrund und waren außer am AfD Büro, an der CDU Zentrale und vor ihrem Revier kaum sichtbar, erst in der Innenstadt erhöhte sich die Präsenz etwas.

Diese verlief ohne Zwischenfälle und mit durchgehend guter Stimmung. Erfreulich war auch, dass es trotz längerer Route (Sachsenhausen->Innenstadt->Konstabler Wache->Berliner Straße->Willy-Brandt-Platz) nach der Auftaktkundgebung am Südbahnhof keine Pausen mehr gab und die Redebeiträge währenddessen verlesen wurden (Beiträge unter anderem von Project Shelter und „Gegen Faschisten und bürgerlichen Staat“ von uns) . Eine Presseschau und einen Überblick über den Kampagnenmonat von Antifa United, in den die Demo eingebettet war, findet ihr hier.

Antifa bleibt notwendig!

Demobericht: Anti-Siko 2017

Am 18.02.2017 fanden die „Sicherheitskonferenz“ genannte Propagandaveranstaltung des militärisch-industriellen Komplexes sowie eine dagegen gerichtete Demonstration in München statt. Wir hatten den Aufruf einiger befreundeter süddeutscher Gruppen unterstützt.

An der Demo nahmen nach unterschiedlichen Angaben zwischen 2000 und 4000 Menschen teil, darunter, was wir sehr positiv fanden, viele Geflüchtete mit eigenen Ausdruck. Einige hundert Menschen versammelten sich im antikapitalistischen Block. Dieser wurde von einer Einsatzhundertschaft aus Niedersachsen während der Demonstration angegriffen. Bereits bei der Anreise kam es zur Repressionsfällen. So wurden die Insassen eines der anreisenden Busse aus Nürnberg sämtlich eingekesselt und an der Teilnahme gehindert (Bericht dazu).

Der Auftakt verzögerte sich dadurch, da auf diese TeilnehmerInnen gewartet wurde. Diese wurde aber während der gesamten Zeitspanne von den Bullen festgehalten. Die Demonstration selbst fand unter den in Bayern typischen Auflagen statt, wie etwa Abstand zwischen Seitentrasparenten. Teilweise konnte die Einhaltung der Auflagen verhindert werden. Es gab eine starke Bullenpräsenz auch direkt an der Demo sowie massiv viele Zivilbullen, die sich kaum Mühe gaben sich zu tarnen, sondern auffällig direkt an und im Umfeld der Demo mitliefen. Leider wurden auf von Seiten der DemonstrantInnen die Anti-Repressionsstandards nicht genügend beachtet: so war eine sehr hohe Smartphone- und Kameradichte auch in den eigenen Reihen zu verzeichnen. Auf diese Unsitte kann gar nicht oft genug hingewiesen werden. Die Demo insgesamt könnte weniger ritualisiert ablaufen und an kämpferischem Ausdruck noch zulegen. Leider hat sie bislang eher süddeutschenen Regionalcharakter.

Große Teile der radikalen Linken scheinen zum Anlass keinen Bezug entwickeln. Politisch wurde damit eine Gelegenheit vertan, bei Anwesenheit der Weltpresse im Vorfeld des G20 Gipfels den versammelten Teil der herrschenden Klasse numerisch und inhaltlich etwas mehr engegen zu setzen. Thematisch ist und blebt die Anti-Siko-Demo ein wichtiger Bestandteil des linken Demokalenders. Es bleibt zu wünschen, dass im kommenen Jahr breitere Kreise auch ein Interesse haben, anlässlich der Siko nach München zu kommen und die etwas ausgeretenen Pfade der Demo eventuell kreativ weiterzuentwickeln und diesen Termin damit bundesweit zu verankern.

War starts here – revolution is needed!