Archiv der Kategorie 'Feminismus'

Revolutionäre Solidarität mit dem Kampf der Frauen* in Rojava und Shengal

Wir rufen zusammen mit anderen Gruppen dazu auf, an der Celox-Kampagne der Roten Hilfe International teilzunehmen und Geld für den Kauf blutstillender Celox-Verbände für die Frauen* in Shengal und Rojava zu sammeln. Fortschrittliche Kräfte, wie die kurdische Befreiungsbewegung, sind von einem klassenkämpferischen und antipatriarchalen Standpunkt aus der Bezug für unsere internationale Solidarität. Für die Kämpferinnen* sind die blutstillenden Verbände lebenswichtig, da sechzig Prozent von denjenigen, die von Schüssen verletzt werden, wegen Blutverlustes sterben, während sie auf medizinische Versorgung warten. Die Verbände stoppen die Blutung schnell und effizient und retten damit Leben. Ein Verband kostet 75 Euro. Die Verbände werden dort hingebracht, wo sie am meisten gebraucht werden. Unterstützt die Kampagne und überweist Geld auf das Konto der Roten Hilfe Schweiz: CH82 0900 0000 8555 9939 2 Verwendungszweck: »Celox for women«.
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Demonstration: Abschiebungen verhindern! Asylrecht zurückerobern!

Am 27.5.2013 findet in Nürnberg eine Demonstration unter dem Motto „Abschiebungen verhindern! Asylrecht zurückerobern! – Gemeinsam und internationalistisch gegen Rassismus, Spaltung und Kriege“ statt. Organisiert wird die Demo vom Bündnis „Fluchtursachen bekämpfen“. Den VeranstalterInnen geht es darum, unsere Solidarität gegen rassistische Hetze und staaatliche Ausgrenzung zu setzen. Der Aufruf beschreibt die Produktion von Fluchtursachen in den Kernkunftsländern der Geflüchteten durch Kapitalinteressen und bundesdeutsche Politik.: “ Geflüchtete sind hier, weil ihre Heimatländer zerstört werden“. Er thematisiert auch die besondere Betroffenheit von Frauen durch Unterdrückungsverhältnisse und existenziell schlechte Lebensbedingungen und fordert die vollständige Anerkennung aller frauen- uns genderspezifischen Fluchtgründe.

Aus dem Aufruf: Geflüchtete, die nach Europa gelangen, sehen sich hier konfrontiert mit immer perfideren Abschottungsmaßnahmen, äußerst restriktiven Asylgesetzgebungen, behördlichen Schikanen, menschenverachtenden PolitikerInnen und Behörden sowie einem mobilisierten rassistischen Mob. Viele von ihnen sehen sich dem Hohn ausgesetzt, dass die Staaten, aus denen sie wegen mörderischer Verhältnisse flohen, zum Zwecke der Abschottung zu „sicheren Herkunftsländern“ erklärt wurden. Selbst in Krisen- und Kriegsregionen wie Afghanistan, Ukraine, Äthiopien, Irak, Iran, Armenien und Somalia wird abgeschoben.[…] Die einzelnen Fluchtgründe mögen sehr unterschiedlich sein, sie sind aber zurückzuführen auf Unterdrückungsverhältnisse. Menschen fliehen wegen der Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen, wegen Kriegen und politischer Verfolgung, sie fliehen vor Hunger, Elend, ökologischen Katastrophen, Versklavung, Verfolgung aufgrund ihrer ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung. Ein an Profit und Konkurrenz ausgerichtetes Wirtschaftssystem bringt überall auf der Welt Unrecht und Elend hervor und produziert in vielen Regionen Fluchtursachen.[…weiter lesen]

Demonstration: „Abschiebungen verhindern! Asylrecht zurückerobern!“ | 27.5.2017 | 13 Uhr | Nürnberg, Rathenauplatz

BERICHT von der Demo.

„Fluchtursachen bekämpfen“: Video zu Muttertag

Die lokale Initiative „Fluchtursachen bekämpfen“ Rhein-Main hat einen Aktionstag in Frankfurt zum diesjährigen Muttertag durchgeführt. Zu diesem Anlass haben sie ein Flugblatt entworfen, welches auf kapitalistischen Produktions- und Ausbeutungsverhältnisse im globalen Süden als Fluchtgrund hinweist. Dazu ist auch ein Video entstanden, welches die hiesigen Konsummustern zugrunde liegenden Hintergründe (Ausbeutung, Arbeitsbedingungen und Umweltrisiken des Anbaus von in Europa verkauften Schnittblumen) darstellt.

Frauenkampf ist international!

Am 8.3. findet seit über 100 Jahren der internationale Frauenkampftag statt. An diesem Tag wird es in Frankfurt eine Kundgebung geben. Am 11.3. organisieren Genossinnen aus Gießen eine Demonstration unter dem Motto: „Frauenbefreiung ist international“. In ihrem Aufruf thematisieren sie das Verhältnis zwischen Lohnarbeit und unbezahlter häuslicher und reproduktiver Arbeit, den meist Frauen noch zusätzlich zu Ihrer Erwerbsarbeit verrichten.

Das hängt mit der allgemeinem ökonomischen Entwicklung im Kapitalismus zusammen, u.a. der Senkung der Reproduktionskosten (ein Lohn ist nicht existenzsichernd), und erzeugt die historisch-spezifische Ausprägung des Patriarchats. Ihr Aufruf behandelt weiterhin die Themen Arbeitsmigration, Sexismus als Teil der herrschenden Verhältnisse sowie imperialistische Kriege und Machtpolitik, die vorgeblich auch im Namen der Frauenbefreiung geführt werden, aber zum Gegenteil führen.

So richtet sich ihr Aufruf auch von feministischer Seite gegen das in diesem Sommer stattfindende G-20.Treffen. Einen besonderen Gruß schicken sie unseren gemeinsamen Freundinnen in der kurdischen Bewegung: „In Frauenverteidigungseinheiten und im zivilen Leben in Rojava und im türkisch besetzten Teil Kurdistans kämpfen sie für ihre Befreiung und stehen damit auch für eine Hoffnung, dass ein freies und gerechtes Leben möglich ist. Sie verteidigen eine Gesellschaftsform, die es zum Ziel hat Menschen ein gleichberechtigtes Miteinander, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder Klasse zu ermöglichen. Die Freiheit der Frau bestimmt die Freiheit der Gesellschaft. “ Der gesamte Aufruf findet sich hier.

Frauenbefreiung ist international – Heraus zum internationalen Frauenkampftag! Geht am 8.3. / 11.3. auf die Strasse!

11.03.2017 | Gießen, Berliner Platz | Gegen Kapital und Patriarchat – Demo zum internationalen Frauentag | 14:00 Uhr | organisiert von der Antifaschistisch Revolutionären Aktion Gießen (ARAG)

Mit den angesprochenen Themen haben wir uns im letzten Jahr ausführlich auseinandergesetzt. Dabei ist unser Text „Reclaim Feminism – für eine revolutionären Feminismus“ entstanden. Dieser enthält auch eine Kritik an der Vereinnahmung des Feminismus und kann hier gelesen werden.

Reclaim Feminism – Für einen revolutionären Feminismus!

„In der Theorie sind die Genossinnen schon gleichberechtigt, in der Praxis aber hängt der Philisterzopf den männlichen Genossen noch ebenso im Nacken wie dem ersten besten Spießbürger.“ Clara Zetkin

Einleitung
Der liberale Feminismus mit seiner Forderung nach formal gleichen Rechten war immer an den Nationalstaat gebunden, der diese Forderungen durchsetzen sollte. Die Frauenbewegung hat in vielerlei Hinsicht die tragischen Niederlagen der Arbeiterbewegung wiederholt. Ihre Kämpfe für Gleichberechtigung führen tiefer in das System hinein statt über dieses hinaus. Der postmoderne Feminismus hat in vielerlei Hinsicht das Erbe des liberalen Feminismus angetreten. Theoretisch werden die Entwicklungen der internationalen Debatte bislang nicht ausreichend zur Kenntnis genommen und haben auch keinen Eingang in die Praxis gefunden. Das betrifft insbesondere die Idee, dass mehrere Unterdrückungsverhältnisse wie z.B. Rassismus, Sexismus, Klassenunterdrückung (Konzept der Intersektionalität) zusammen gedacht und aufeinander bezogen werden müssen. Daher ist auch die verschärfte Ausbeutung von zumeist nicht-weissen Frauen im Trikont und deren Widerstand oder die Betroffenheit vieler Frauen durch die imperialistische Kriegspolitik des Westens kaum Thema in entsprechenden Demonstrationsaufrufen und Debatten – die Bewegung verharrt stattdessen in reformorientierter Identitätspolitik und damit auf dem Stand der frühen 1990er Jahre. Wir behaupten deshalb, dass insbesondere auch in der autonomen antifaschistischen Bewegung ein solcher Feminismus, der vornehmlich Ansätze der Veränderung der politischen Kultur verfolgt, zum gegenwärtigen Zeitpunkt dominiert. Die sich daraus für uns ergebenden strategischen Fehleinschätzungen und unsere solidarischen Vorschläge für einen revolutionär verstandenen Feminismus möchten wir im Folgenden vorstellen. (weiter…)